Blogbeitrag | 07.01.2026
Die Energiewende in Nordrhein-Westfalen braucht Tempo – insbesondere beim Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen. Eine aktuelle Kurzstudie, die ifok im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) erstellt hat, zeigt, wo die größten Herausforderungen aus Sicht der Branche liegen und vor allem: Wie sie überwunden werden können.
Photovoltaik (PV) ist ein zentraler Baustein für die Energiewende. Neben Dachanlagen sollen künftig auch geeignete Freiflächen stärker genutzt werden, um die ambitionierten Ausbauziele bis 2030 zu erreichen. Das Land NRW will die installierte PV-Leistung von derzeit rund zwölf Gigawatt auf mindestens einundzwanzig Gigawatt steigern.
Freiflächen-PV-Anlagen gelten als kostengünstigste Form der Stromerzeugung und sind gerade deshalb absolut essenziell für die Erreichung dieser ambitionierten Ziele. Entscheidend dabei ist jedoch eine funktionale und effiziente Genehmigungspraxis. Sie muss die Ausbauziele flankieren, wird aber von Seiten der Projektentwickler teilweise als nicht zufriedenstellend oder verzögernd empfunden.
Die im Auftrag des Ministeriums von ifok durchgeführte Kurzstudie „Genehmigungsprozesse von Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Nordrhein-Westfalen“ untersucht und dokumentiert diese Hemmnisse im Verfahren aus Sicht der Projektentwickler. Im Fokus stehen dabei klassische Freiflächenanlagen ab hundert Kilowatt installierter Leistung. Grundlage der Analyse war eine Onlinebefragung von in NRW aktiven Unternehmen sowie vertiefende Interviews mit ausgewählten Branchenakteuren.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Genehmigungspraxis vielerorts uneinheitlich und schwer planbar wahrgenommen wird. Personalmangel in den Genehmigungsbehörden, fehlende Standards bei naturschutzfachlichen Bewertungen oder auch steuerliche Unsicherheiten führen laut der Befragten zu Verzögerungen und erschweren Investitionsentscheidungen. Diese und weitere Faktoren behindern somit den Ausbau und gefährden das Erreichen der Klimaziele in NRW.
Die Studie belässt es nicht bei der reinen Bestandsaufnahme der Herausforderungen: Aus den Befragungen konnten auch mögliche Handlungsempfehlungen für die Zukunft abgeleitet werden. Insbesondere klare Strukturen und transparente Kommunikation können demnach dazu beitragen, Genehmigungsverfahren deutlich zu erleichtern. Weitere Ansätze aus Sicht der Branche sind zum Beispiel einheitliche Checklisten für Genehmigungsanforderungen, klare steuerliche sowie naturschutzfachliche Bewertungsmaßstäbe, Netzwerkveranstaltungen oder Schulungen für Behörden und eine digitale Plattform zur Transparenz von Netzkapazitäten.
Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, liefern aber ein konsistentes Stimmungsbild aus der Branche. Was es jetzt braucht, ist ein multiperspektivischer Folgeprozess, der Projektentwickler, Behörden, Träger öffentlicher Belange und Netzbetreibende zusammenbringt – für bessere, gemeinsame Standards, verträgliche Lösungen in der Fläche und mehr Tempo beim PV-Ausbau in Nordrhein-Westfalen.
Interessiert? Die komplette Studie können Sie hier abrufen.